Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz
 

Hören: Anna von Hausswolff, Julia Kent

DJ ab 20 Uhr im Parkettcafé: Jochen Arbeit


Dem Begriff „Gothic“ haftet etwas Verrufenes an. Deswegen wollen wir ihn nicht verwenden, um Anna von Hausswolff gerecht zu werden. Das heißt vielleicht doch – indem wir die britische Sunday Times zitieren, die fragt „Es gibt Gothic und es gibt Gothic, oder?“ Das ist wohl so, und das Album „Ceremony“, das die schwedische Künstlerin an der Orgel einer Kirche in Göteborg (genau, Gothenburg) aufgezeichnet hat, ist zweifelsfrei „Gothic“. Die tragenden Säulen von „Ceremony“ sind die düsteren Orgelklänge und Anna von Hausswolffs Gesang, der kräftig ist und sich in die luftigsten Höhen schrauben kann. Der Vergleich zu Kate Bush drängt sich jedenfalls auf.

Dort, wo in Anna von Hausswolffs Musik die Orgel steht, nämlich im Zentrum, steht in der Musik von Julia Kent das Cello. Die Kanadierin hat bereits einige namhafte Musiker auf dem Cello begleitet, so unter anderem Antony and the Johnsons. Bereits 2007 erschien ihr erstes Solo-Album, „Delay“, auf dem sie die Stimmungen von Flughäfen vertont hat. Die Melancholie und Einsamkeit von Transiträumen überführt sie in detailreiche Kompositionen, sie loopt und variiert melodische und rhythmische Versatzstücke. Auf dem Folgealbum „Green and Grey“ hat sie diesen Ansatz weiterentwickelt, Field Recordings eingebaut, um den Berührungspunkten von Zivilisation und Natur nachzuspüren. In der Volksbühne stellt Julia Kent nun ihr gerade erschienenes, drittes Album, „Character“, vor.

  

Anna von Hausswolff - Mountains Crave from Anders Nydam on Vimeo.

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Hören wird präsentiert von

taz. die tageszeitung

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